Nvidia auf Expansionskurs: 20-Milliarden-Dollar-Deal mit Groq und strenge Auflagen für das China-Geschäft

Nvidia setzt seine aggressive Wachstumsstrategie fort und hat den größten Deal seiner Unternehmensgeschichte angekündigt. Der US-Chiphersteller einigte sich auf eine Vereinbarung zur Übernahme von Vermögenswerten des KI-Chip-Startups Groq für 20 Milliarden US-Dollar in bar. Diese massive Investition unterstreicht Nvidias Ambitionen, seine Dominanz im Bereich der künstlichen Intelligenz weiter auszubauen, während das Unternehmen gleichzeitig mit komplexen geopolitischen Herausforderungen auf dem asiatischen Markt kämpft.

Strategische Neuausrichtung und Integration

Wie Groq am Mittwoch in einem Blogbeitrag bekannt gab, zielt die Vereinbarung darauf ab, die Technologie des Unternehmens voranzutreiben und zu skalieren. Im Zuge dieses Deals werden prominente Führungskräfte die Seiten wechseln: Jonathanross, der Gründer von Groq, sowie Sunny Madra, der Präsident des Unternehmens, werden zusammen mit weiteren Teammitgliedern zu Nvidia wechseln. Groq selbst soll jedoch unter der Leitung des neuen CEO Simon Edwards als eigenständiges Unternehmen weiteroperieren, wobei auch der Dienst GroqCloud ohne Unterbrechung fortgeführt wird.

Alex Davis, CEO von Disruptive und Hauptinvestor der letzten Finanzierungsrunde von Groq, bestätigte die finanziellen Details der Übernahme gegenüber CNBC. Jensen Huang, CEO von Nvidia, skizzierte in einer E-Mail bereits die technologische Vision hinter dem Kauf. Geplant ist die Integration der latenzarmen Prozessoren von Groq in die „Nvidia AI Factory“-Architektur. Ziel sei es, die Plattform so zu erweitern, dass sie ein noch breiteres Spektrum an KI-Inferenz- und Echtzeit-Workloads bedienen kann.

Rekordumsätze stärken die Marktposition

Der teure Zukauf erfolgt in einer Phase enormer finanzieller Stärke für Nvidia. Die Grafikprozessoren des Konzerns sind die treibende Kraft hinter den meisten aktuellen KI-Modellen, was sich in den Bilanzen deutlich niederschlägt. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 57 Milliarden US-Dollar – ein Ergebnis, das die Erwartungen der Wall Street Analysten nochmals um 2 Millionen Dollar übertraf. Auch für das vierte Quartal sagen Experten eine anhaltend positive Entwicklung voraus.

Hürden und strenge Konditionen im China-Geschäft

Während Nvidia in den USA expandiert, sieht sich das Unternehmen im wichtigen chinesischen Markt mit erheblichen Unsicherheiten konfrontiert. Berichten zufolge verlangt Nvidia von chinesischen Kunden für den Kauf der leistungsstarken H200-KI-Chips mittlerweile die vollständige Vorauszahlung. Dies ist eine deutliche Verschärfung gegenüber früheren Gepflogenheiten, bei denen oft Anzahlungen ausreichten. Zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen gaben an, dass diese strikten Bedingungen – keine Stornierungen, keine Rückerstattungen und keine Konfigurationsänderungen – eine Absicherung gegen die unklare Genehmigungslage durch Peking darstellen.

In Ausnahmefällen könnten Kunden zwar gewerbliche Versicherungen oder Vermögenswerte als Sicherheit hinterlegen, doch der Standard bleibt die volle Barzahlung. Grund für diese Rigorosität ist das Risiko, dass chinesische Regulierungsbehörden die Importe möglicherweise gar nicht freigeben.

Hohe Nachfrage trifft auf regulatorische Engpässe

Trotz dieser Hürden ist der Bedarf in China gigantisch. Tech-Unternehmen haben bereits Bestellungen für über zwei Millionen H200-Chips aufgegeben, die jeweils rund 27.000 Dollar kosten. Dies übersteigt Nvidias aktuellen Lagerbestand von etwa 700.000 Einheiten bei weitem. Zwar haben heimische Hersteller wie Huawei mit dem Ascend 910C eigene KI-Prozessoren entwickelt, deren Leistung hinkt jedoch beim Training großer, fortgeschrittener KI-Modelle noch immer hinter der von Nvidias H200 her.

Jensen Huang bestätigte am Dienstag die „ziemlich hohe“ Nachfrage und betonte, dass die Lieferketten hochgefahren wurden, um die Produktion zu steigern. Unterdessen plant Peking Berichten zufolge, Importe für ausgewählte kommerzielle Zwecke möglicherweise noch in diesem Quartal zu genehmigen. Militärische Einrichtungen und staatliche Stellen dürften jedoch aus Sicherheitsgründen von den Käufen ausgeschlossen bleiben. Die Situation bleibt volatil: Kürzlich wurden einige chinesische Tech-Firmen sogar gebeten, ihre Bestellungen vorübergehend zu pausieren, da die Regulierungsbehörden noch prüfen, in welchem Verhältnis heimische Chips begleitend zu den Nvidia-Produkten erworben werden müssen.