Rote Welle am Kryptomarkt: Zinssorgen lassen Bitcoin-Kurs einbrechen
Kryptomarkt unter Druck: Bitcoin fällt unter 110.000 US-Dollar
Nach einer Phase starker Gewinne erleben die Kryptowährungsmärkte eine deutliche Korrektur. Nachlassende Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen in den USA führen zu einer erhöhten Nervosität unter den Anlegern und setzen die Kurse von Bitcoin und anderen digitalen Vermögenswerten erheblich unter Druck.
Marktkorrektur: Bitcoin und Altcoins verzeichnen starke Verluste
Der Preis für Bitcoin ist empfindlich gesunken. Laut Daten der globalen Kryptobörse CoinMarketCap wurde die Leitwährung am Dienstagmorgen (26. August) um 8:00 Uhr bei 109.979 US-Dollar gehandelt, was einem Rückgang von 2,99 % innerhalb der letzten 24 Stunden entspricht. Auf Wochensicht beträgt der Verlust sogar 5,62 %. Auch die führenden Altcoins blieben von dem Abwärtstrend nicht verschont. Ethereum, die zweitgrößte Kryptowährung, fiel im gleichen Zeitraum um 8,51 % auf 4.374 US-Dollar. Ripple (XRP), die Nummer drei nach Marktkapitalisierung, musste einen Kursrückgang von 5,59 % auf 2,86 US-Dollar hinnehmen.
Gedämpfte Zinserwartungen als Hauptursache
Der Auslöser für die jüngste Volatilität liegt in den Äußerungen der US-Notenbank (Fed). Noch am 22. August hatte eine Rede des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell auf dem Treffen in Jackson Hole Hoffnungen auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik geweckt und dem Kryptomarkt zu einem deutlichen Aufschwung verholfen. Inzwischen hat sich die Stimmung jedoch gedreht. Es macht sich die Befürchtung breit, dass die Zinssenkungen im laufenden Jahr geringer ausfallen könnten als ursprünglich erhofft, was die Risikobereitschaft der Investoren dämpft. Zusätzliche Unsicherheit schafft der bevorstehende PCE-Preisindex, der am 29. August vom US-Handelsministerium veröffentlicht wird. Experten prognostizieren, dass der Kern-PCE-Index im Juli um 2,9 % im Jahresvergleich gestiegen ist – ein Anstieg gegenüber den 2,8 % im Juni und der höchste Wert seit fünf Monaten. Eine solche Entwicklung würde den Spielraum der Fed für Zinssenkungen weiter einschränken.
Langfristiger Optimismus: Star-Investor Tim Draper hält an Kursziel fest
Trotz der kurzfristigen Marktturbulenzen gibt es weiterhin prominente Stimmen, die von der langfristigen Zukunft von Bitcoin überzeugt sind. Der bekannte Risikokapitalgeber Tim Draper, ein früher Investor in Unternehmen wie Tesla, SpaceX und Coinbase, bekräftigte in einem Interview mit CNBC am 25. August seine bullische Haltung. Er bezeichnete die aktuelle Zeit als einen entscheidenden Wendepunkt für Technologie und Finanzen und erklärte: „Bitcoin wird die Wirtschaft vollständig transformieren.“
Bitcoin als Absicherung gegen Inflation und schlechte Regierungsführung
Draper sieht Bitcoin als ultimative Absicherung in einer Welt, die von Inflation, den Umwälzungen durch künstliche Intelligenz (KI) und unüberlegten politischen Entscheidungen geprägt ist. „Bitcoin ist eine Absicherung gegen schlechte Regierungsführung – gegen Staatsausgaben, gegen Inflation“, so Draper. Er bekräftigte sein langjähriges Kursziel von 250.000 US-Dollar pro Bitcoin. „Ich habe das Ziel noch nicht erreicht, aber wir sind schon fast auf halbem Weg“, fügte er hinzu. Draper wies auch auf das sich verbessernde regulatorische Umfeld für digitale Vermögenswerte in den USA hin und betonte, dass die steigenden Staatsausgaben – unabhängig von der regierenden Partei – die Notwendigkeit einer Alternative wie Bitcoin weiter untermauern.
Die Anziehungskraft von Bitcoin im Krypto-Ökosystem
Auf die Rolle von Altcoins angesprochen, räumte Draper zwar die Innovationskraft des gesamten Sektors ein, betonte aber die zentrale Stellung von Bitcoin. „All diese kleineren Kryptowährungen experimentieren und machen interessante Dinge. Aber die besten Ingenieure bringen ihre Entwicklungen letztendlich zu Bitcoin“, erklärte er. Seiner Ansicht nach gibt es eine natürliche Anziehungskraft in Richtung Bitcoin, die dessen führende Position langfristig festigt.