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Was ist ein Prosumer? 5 Fakten

Tagesdosis Marketing #23

Was ist ein Prosumer? 5 Fakten

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Servus! Informationstechnologie macht es möglich: Jeder wird zum Prosumer – also zum Konsumenten und Produzenten zugleich. Anlass für diese Themenwoche war die liebe Yasmin Corinna Wlach von Youtiful, ein Startup, dass sich zu 100 Prozent dieser Idee verschrieben hat. Hier bestimmen die Kunden nicht nur die Produktpalette, sondern diskutieren sogar bei der Preisgestaltung mit. Wie das genau funktioniert verrate ich dir im nächsten Video. Wie du in deinem Unternehmen selbst auf Prosumer setzen kannst, folgt dann schließlich zum Wochenende. Heute geht’s erstmal um die grundlegenden Fakten.

Prosumer sind Konsumenten, die selbst Einfluss auf die Entwicklung und Eigenschaften eines Produkts oder einer Dienstleistung nehmen. Erfunden hat den Begriff der Futurologe Alvin Toffler 1980 in seinem Buch „The Third Wave“.

Ende der 90er Jahre wurde dann die Idee des Prosumers eine der zentralen Säulen der so genannten Energiewende. Verbraucher begannen selbst Strom herzustellen, in Landgemeinden entstanden kleine private Wasserkraftwerke und ganze Dörfer statteten ihre Hausdächer mit Solarpanälen aus. Erst bei nicht ausreichender Eigenerzeugung beziehen die Prosumer Strom aus dem Netz der öffentlichen Versorgung.

In den frühen 2000ern zog der Handel nach und ein Jahrzehnt später lagen dann erste Studienergebnisse zum Prosumer vor: 2013 zeigten Hidehiko Nishikawa, Martin Schreier und Susumu Ogaw in ihrer Studie „User-Generated Versus Designer-Generated Products“, welche Vorteile Open Innovation und Crowdsourcing für den Handel bieten können.

Das verblüffende Ergebnis: Produkte, die gemeinschaftlich mit Konsumenten entwickelt werden führen bereits im ersten Jahr nach Produkteinführung zu dreimal höheren Verkaufserlösen. 3 Jahre nach Produkteinführung haben mehr Produkte „überlebt“ als von Desigern entworfene Produkte.

Unterm Strich zeichnen Prosumer folgende 5 Eigenschaften aus:

#1: Prosumer sind überdurchschnittlich informiert und denken voraus

Konsumenten, die sich aktiv mit Produkten und Dienstleistungen auseinander setzen und diese mitgestalten, machen sich viele Gedanken über die Zukunft und richten ihr Handeln konsequent danach aus.

#2: Prosumer denken und handeln ökologisch

Prosumer teilen ein bestimmtes Wertebewusstsein. Wer sich dazu entscheidet bei der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen mitzuwirken, für den spielt das Thema Nachhaltigkeit eine wesentliche Rolle. Der monetäre Aspekt folgt erst an zweiter Stelle.

#3: Prosumer vertreten ein mitentwickeltes Produkt mit Herzblut und experimentieren gerne

Prosumer brennen für ihr Baby und versprühen im wahrsten Sinne des Wortes Gründergeist. Wer mitgestalten kann, fühlt sich mitverantwortlich und denkt auch gerne über den Tellerrand hinaus. Sehr beliebt sind daher auch Produkttests, selbst wenn der Aufwand dafür relativ hoch ist.

#4: Prosumer schätzen Sicherheit

Der Großteil der Prosumer will Teil einer Gemeinschaft sein und schätzen es, wenn entsprechende Austauschmöglichkeiten geboten werden. Dazu gehört auch, dass du als Unternehmer mit maximaler Transparenz kommunizieren musst. Prosumer wollen wissen, was der Stand der Dinge ist, wer hinter einem Unternehmen steht und tauscht sich gerne mit Gleichgesinnten über die aktuelle Entwicklung aus.

#5: Prosumer teilen ihre Erfahrungen gerne mit anderen

Die gemachten Erfahrungen, positiv wie negativ, werden gerne weitergegeben. Prosumer werden dadurch zu deinen wichtigsten Influencern. Sie nützen dabei neben klassischen Mund-zu-Mund Empfehlungen auch soziale Medien, Bewertungsportale, Vlogs in YouTube, Blogs und und und.

Meine 2 Cents

Die Idee des Prosumers begegnet uns heute auf vielfältigen Ebenen und reicht bis in unser Wohnzimmer: Ob Fernsehsendungen mit Publikumgsvoting oder Streamingdienste, die ihre Film- und Serienproduktionen konsequent nach den Sehgewohnheiten und Wünschen ihrer Kunden ausrichten. Das Phänomen Prosumer wird in Zukunft definitiv weitere Branchen erreichen.

Im nächsten Video werfe ich einen exklusiven Blick in das Startup Youtiful, das im ersten Gründungsjahr bereits unfassbare Erfolge feiert. Danke an Yasmin Wlach für das ausführliche Interview im Vorfeld! Wenn du Fragen zum Thema hast, dann hinterlass mir einfach eine Nachricht in den Kommentaren. Stay Tuned! Und nicht vergessen: YouTube Kanal abonnieren!

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Im Video erwähnte Literatur:

Alvin Toffler: The Third Wave. William Morrow and Company, 1980. https://archive.org/stream/TheThirdWave-Toffler/The-Third-Wave_-_Toffler_djvu.txt

EM Power: Die Fachmesse für intelligente Energienutzung in Industrie und Gebäuden. Messe-Billanz 2019. https://www.em-power.eu/fileadmin/EM-Power-Europe/PDF/2020/EM-Power2020_Messebilanz_2019_DE-end.pdf

Hidehiko Nishikawa, Martin Schreier, Susumu Ogaw: User-Generated Versus Designer-Generated Products. A Performance Assessment at Muji. In: International Journal of Research in Marketing, Ausgabe 30/2, September 2012. https://www.researchgate.net/publication/256033036_User-Generated_Versus_Designer-Generated_Products_A_Performance_Assessment_at_Muji

Michael-Burkhard Piorkowsky: Konsumenten, Prosumenten oder Conpreneure? In: Sebastian Nessel, Nina Tröger, Christian Fridrich, Renate Hübner (Hrsg.): Multiperspektivische Verbraucherforschung. Ansätze und Perspektiven. Springer Verlag, 2018. https://www.springer.com/de/book/9783658201982

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